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Samstag, 31. März 2012

Der Tod des Marat


Ich weiß ernsthaft nicht wieso, aber dieses Bild lässt mich einfach nicht los. Es ist wundervoll, obwohl es eher den Eindruck von Trauer hinterlässt. Hinter diesem Bild steckt mehr Geschichte als man sich eigentlich vorstellen kann.
Hier sieht man Jean Paul Marat, der während der Französischen Revolution ein Abgeordneter im Nationalkonvent auf Seiten der Bergpartei war. Er wurde als "Märtyrer der Revolution" bezeichnet, weil er angeblich Verantwortlicher des Septembermassakers war.
Marat litt unter einer Hautkrankheit, weswegen er ständig baden musste. Irgendwann wurde es so schlimm, dass er nur noch in einer Badewanne mit einer Holzplatte blieb, und seine politischen Aktivitäten von dort aus regelte, weil er nicht mehr an Parlamentsitzungen teilnehmen konnte.
Da die Girondisten während der Französischen Revolution von der Bergpartei verdrängt worden sind, wollte Charlotte Corday (Anhängerin der Girondisten) ihn nicht nur deswegen ermorden, sondern auch, weil sie ihn für den Urheber des Terrors hielt.
Corday fuhr nach Paris und bemerkte, dass Marat wegen seiner Hautkrankheit nicht mehr am Konvent teilnahm und fuhr somit zu seiner Wohnung, wo sie ständig weggedrängt wurde. Jedoch hörte Marat den Lärm, den sie draußen verursachte. Somit bat Marat seine Frau, Corday hineinzulassen. Corday verwickelte Marat in ein Gespräch, in dem sie ihn letztendlich mit einem Messer erstach.

In diesem Bild wird Marat in der schon besagten Badewanne gezeigt, in der er noch einen Brief festhält, der von Corday stammte, ihn jedoch in Wirklichkeit nie erhielt.
Der Maler dieses Bildes ist Jacques-Louis David, der auch das bekannte Bild von Napoleon beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard malte.
Als mein Lehrer mir dieses Bild zeigte, konnte ich meinen Blick nicht davon abwenden. Es hört sich vielleicht komisch an, aber wahrscheinlich ist dies eines der schönsten Bilder, die ich je in meinem Leben gesehen habe.

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