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Donnerstag, 22. März 2012

Mein linker, linker Fuß ist frei

Hallo.
Letztes Jahr hatte ich mir 2x die Finger gebrochen. Fragt nicht wie. Oder doch, fragt. Ich könnte behaupten, ich sei sportlich aktiv. Im Seminarfach, ich glaube das war im November, passierte mir etwas. Etwas sehr schlimmes. Ich...ich...ICH ZAPPELTE MIT MEINEM FUSS. MIT MEINEM LINKEN. Noch schlimmer: Meine Lehrerin sah das. Sie fragte mich, wieso ich das tat und ich wusste keine Antwort darauf, sodass sie mich an den PC setzte und ich anfangen sollte, einen Aufsatz über meinen linken Fuß zu schreiben, während meine Mitschüler Autobiografien schrieben. Es war nicht so, dass ich mich das erste Mal von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlte, aber ich war etwas bedrückt, da ich wegen meinen Fingern nicht richtig konzentriert mitarbeiten oder schreiben konnte. Was in den zwei Stunden raus kam, möchte ich jetzt hier veröffentlichen. Eigentlich nur, damit ich auch mal wieder was längeres blogge, hehehehehehe.
(Aufgepasst, es kann sein, dass ihr den ein oder anderen Teil nicht versteht. Das tut mir nicht Leid.)

Mein linker, linker Fuß ist frei.

Es geschah nicht auf provozierende Art und Weise. Und auch nicht, weil mir langweilig war oder ich so schnell wie möglich nach Hause wollte. Eher war es das „was-soll-ich-jetzt-machen-Gezappel“, da ich leider nicht den Arbeitsauftrag durchführen konnte und ich schon alle drei „Anfangs-Varianten“ von Biographien durchgelesen habe. Vielleicht wollte mein Fuß es auch einfach. Mein Fuß ist frei und darf machen, was er will. Wie er will. Wann er will. Er kann's auch tun ohne mich vorher zu fragen. Wie eben zum Beispiel. Solange mein linker Fuß mich nicht so hängen lässt wie mein rechter Mittelfinger, der dank einer Schiene zu kaum was fähig ist, ist alles OK. Mein Mittelfinger ist auch eigentlich vielleicht sogar der Grund dafür, dass mein linker Fuß eben so gezappelt hat. Ich meine, ich kann wegen diesem Süßen nicht einmal schreiben. DAS MACHT MICH EINFACH TOTAL FERTIG. Mein linker Fuß würde mir das niemals antun.  NIEMALS. Er hat noch nie was schlimmes getan, sich nie verletzt und stand stets zu mir, sodass er reichlich Fürsorge von mir bekommt. Mein linker kleiner Freund bekommt nur die gemütlichsten Schuhe und Socken und wird natürlich jeden Abend eingecremt und bekommt die besten Streicheleinheiten. Ich will nur das Beste für ihn. Mein rechter Fuß dagegen ist recht faul, immer am schlafen, bringt mich zum gehen und stehen, sonst nichts, daher bekommt er nicht die Freiheiten die mein süßer linker hat. Eigentlich dürfte von ihm nicht einmal die Rede sein. Seitdem ich Bernd das Brot kenne, schätze ich meine Arme sehr. Sie hängen stets irgendwie und irgendwo rum und tragen meine Hände überall mit. Sie dürfen jedoch nicht ihre Position verlassen, ohne mich um Erlaubnis zu bitten, da sie sonst Mitmenschen oder sich selbst verletzen könnten. Meine Hände dürfen seit dem kleinen Unfall vor ein paar Tagen sowieso nur noch bei mir bleiben. Als mein linker Fuß diesen kleinen Ausraster bekam, waren Arme, Hände, Kopf und natürlich mein rechter Fuß abgeschaltet. Einmal habe ich gelesen, dass unsere Gedanken unsere Körperhaltung bestimmen und unsere Körperhaltung auch unsere Gedanken. Das heißt also, dass ich etwas gedacht habe, was dazu geführt hat, dass das nun passiert ist. Ich weiß nicht mehr was ich in dieser Situation gedacht habe. Vielleicht waren es die Schmerzen, vielleicht aber auch dass ich nicht so erfreut war, dass ich etwas wichtiges bei einer Freundin vergessen habe. Keine Ahnung. KEINE AHNUNG. Ich verstehe das nicht und das verwirrt mich alles. Mein linker Fuß ist nun leise, meine rechte Hand sagt „NEIN“ und mein rechter Fuß meint ich soll es lassen.

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